14. Jan 2016

Wohnen in der Skyline von Miami

Zaha Hadid Architects zeichnet für eines der außergewöhnlichsten Wohnbauprojekte an der amerikanischen Ostküste verantwortlich. Mit dem One Thousand Museum in Miami wird ein neues Level von Luxus erreicht, das sich über die herausragende Architektur definiert, die die Skyline in der Biscayne Bay ohne Zweifel nachhaltig verändern und prägen wird.

 

In ihrer Karriere hat Pritzker Preisträgerin Zaha Hadid relativ wenige Hochhäuser geplant: viele mehrstöckige Gebäude von mittlerer Höhe, aber wenige Türme. Das ändert sich nun mit dem Bau eines 66-stöckigen Luxuswohnturms am Biscayne Boulevard in Miami (USA). Das Projekt trägt den Namen One Thousand Museum und liegt gegenüber des neuen Museum Park. Hervorragende Ausblicke ergeben sich in Richtung Biscayne Bucht am Strand von Miami. Die Gestaltung erscheint von unten bis ganz oben wie ein durchgehendes Stück einer zeitgenössischen Skulptur. Dieser Eindruck wird von dem Exoskelett, das den Baukörper umschlingt und ihm eine fließende Textur verleiht, erzeugt. Die fast sinnlichen Kurven des weißen Exoskeletts sind ein dynamischer Kontrast zur kristallinen Fassade und definieren die besondere Form der außergewöhnlichen Privatterrassen. Die Außenschale besteht aus glasfaserverstärktem Beton. An die 4.800 Einzelteile dieses Exoskeletts sollen dafür aus Dubai mit dem Schiff nach Miami transportiert werden.

 

Miami wächst und trotz der im Zentrum nur etwas mehr als 400.000 Einwohner sehen nicht nur die Regierenden ihre Heimat als Weltstadt. Dementsprechend sollen in den kommenden Jahren in der Nachbarschaft des One Thousand Museum über 10 Milliarden US-Dollar investiert werden, um Top-Retailflächen, Hotels und Unterhaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Schon in den vergangenen Jahren hat sich in Miami eine Reihe von angesehenen Kulturinstitutionen angesiedelt und die Entwicklung geht weiter hin zu einer wirklichen Global City, einer Stadt, in die ein Wohnturm wie dieser sehr gut passt und der aus einer für US-amerikanische Verhältnisse austauschbaren Skyline eine Hochhausreihe mit besonderem Wahrzeichen macht. In dem von One Sotheby’s International Realty entwickelten Projekt werden verschieden große Wohnungen, Penthouses, sogenannte Duplex-Townhomes und ein großes Penthouse angeboten. Ein Concierge in der Lobby steht für alle Fragen und Wünsche der Bewohner zur Verfügung und das State-of-the-Art Sicherheitssystem wird von sehr dezentem Personal überwacht. Der Zugang zu den Privatwohnungen erfolgt über mit Smart Technology gesicherte Hochgeschwindigkeitsaufzüge. Smarte Technologie kommt auch bei der Automatisierung der Wohnungen zum Einsatz. Die von Creston nach Maß gearbeitete Wohnungsautomation erlaubt den Besitzern die Kontrolle des Lichts, der Heizung, der Aircondition, Audio, Video, Fenster und der Security. Das Ganze kann über einen digitalen Touchscreen in der Wohnung und über Tablet sowie Smartphone gesteuert werden. Der Tower wird großzügige Freizeitflächen für die BewohnerInnen bereithalten. Die Sky Lounge, das Aquatic Center, die Wellness & Spa-Ebenen und das geräumige Fitnesscenter, das mit aktuellen Geräten zum Ausdauer- und Krafttraining ausgestattet ist. Außerdem gibt es einen Außenbereich inklusive Landschaftsgestaltung für weitere Fitnessaktivitäten, der vom Schweizer Landschaftsarchitekten Enzo Enea gestaltet wird und der die kurvige Form des Turms in einer Reihe von grünen Räumen reflektieren soll. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Sonnen- und Schwimmterrasse, die der fließenden Architektur folgt und ein Spiel aus Licht und Schatten um die organisch geformten Pools bietet. Der im wahrsten Sinne des Wortes Höhepunkt des One Thousand Museum ist der Helikopter-Landeplatz auf dem Dach des Turms – übrigens der Erste in ganz Miami, der auf einem Wohnhaus zugelassen wird.

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Projektentwickler One Sotheby‘ s International Realty ist auf die Vermarktung von Luxuswohnimmobilien spezialisiert und besonders stark in Südflorida vertreten. Das Wort International im Firmennamen kommt aber nicht von ungefähr, denn das Unternehmen ist weltweit tätig und bestrebt, das Geschäftsfeld ständig auszuweiten. Vor allem Kooperationen mit Partnerbüros (750) und deren 15.000 Vermittlern in mehr als 55 Ländern befeuern das Wachstum seit dem Gründungsjahr 2008. Ein Grund dafür dürfte auch die Kraft der Marke Sotheby’s sein. Der Name des bekannten Auktionshauses bürgt eben für Sicherheit und Qualität und führt dazu, dass ONE Sotheby’s Luxusprojekte und potente Käuferschichten relativ leicht zusammenbringen kann.

Der Anspruch des Projekts One Thousand Museum erschließt sich aus dem Namen. Der kommt einerseits durch die Adresse, 1000 Biscayne Boulevard und andererseits durch das Wort Museum zustande. Letzteres bezieht sich nicht nur auf den naheliegenden, kürzlich eröffneten Museum Park, sondern macht deutlich, dass hier zwar ein Wohnturm entsteht, der aber von der Architektur her mit dem Appeal eines zeitgenössischen Museumsbaus auftritt. Natürlich handelt es sich auch um eines jener Projekte, bei denen die Entwickler den Namen des Architekturbüros als verkaufsförderndes Zugpferd einsetzen. Gleichzeitig ist es tatsächlich besondere Architektur und somit insgesamt eine stimmige Sache.

Zaha Hadid

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Im Lauf der letzten 30 Jahre hat Zaha Hadid Leistungen vollbracht und einen Ruf aufgebaut, die ihr als erste Frau eine Stellung im Architektenolymp gesichert haben. Ihre sinnlich fließenden Gebäude haben das Innovationspotenzial ständig erweitert und überschritten die Grenze zwischen Kunst und Architektur in schöner Regelmäßigkeit. Hadid, geboren 1950 in Bagdad, studierte Mathematik an der Amerikanischen Universität in Beirut und Architektur an der Architectural Association School in London. Nach dem Studium gründete sie 1980 ein Architekturbüro in London und lehrte an der Architectural Association School. 1982 gewann sie die „Architectural Design“-Goldmedaille für einen Entwurf für den Umbau einer Maisonette am Eaton Place (London) und den Wettbewerb für den „Peak Club“ in Hongkong. 1986 belegte sie den ersten Platz bei einem Wettbewerb für ein Gebäude am Kurfürstendamm in Berlin und zeigte Ausstellungen im Guggenheim Museum New York und in der G.A. Galerie in Tokio. 1988 war sie mit „Deconstructive Architecture“, einer gemeinsamen Ausstellung mit Philip Johnson und Mark Wigley, im Museum of Modern Art in New York zu sehen. Im Jahr 2002 wurde sie zur „Dame Commander of the Order of the British Empire“, für ihre Dienste im Bereich der Architektur, ernannt. 2004 erhielt sie den Pritzker-Preis, der oft auch als Nobelpreis der Architektur bezeichnet wird. Außerdem bekam sie den Stirling Prize (2010, 2011). Von Forbes wurde sie in die Liste der „World’s 100 Most Powerful Women“ eingereiht und für das Time Magazine ist Hadid eine der „100 People Who Most Affect Our World.“

http://1000museum.com