14. Jan 2016

Big Player bei Bildungs- immobilien

Mit einem Anlagevermögen von an die neun Milliarden Euro ist der BIG Konzern der größte Immobilieneigentümer in Österreich. Neben der Verwaltung von rund 2.200 Liegenschaften zählt auch der Neubau von Bildungseinrichtungen zu einem zentralen Schwerpunkt im Aufgabenbereich des Unternehmens. Dabei stellt gerade diese Art von Immobilien besondere Herausforderungen an den Bauherrn.

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist in erster Linie Dienstleister für die Republik Österreich. Die größten Mieter sind das Bundesministerium für Bildung und Frauen, die Österreichischen Universitäten sowie die Bundesministerien für Justiz, Finanzen und Inneres. Darunter fallen auch 320 Schulen, 21 Universitäten und Spezialimmobilien wie etwa Justizanstalten oder Kirchen. Der Hauptauftrag des Konzerns besteht in der optimalen Bewirtschaftung des Bestandes. Das betrifft unter anderem die Sanierung, Erweiterung und den Neubau von Schul- und Universitätsgebäuden. Auch im Sommer 2015 wurde eine Reihe derartige Projekte in Angriff genommen und vorangetrieben.

 

BRG Wallererstraße, Wels

Die Bauarbeiten zur Sanierung und Erweiterung des BRG Wels in der Wallererstraße sind in vollem Gange. Mit einer zweijährigen Frist sollen an diesem Standort etwa 2.300 Quadratmeter umgebaut und rund 3.800 Quadratmeter neu errichtet werden. „Wir investieren rund 15 Millionen Euro in das Projekt“, beziffert BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner die Kosten. Im Zuge der Sanierung wird der Altbestand aus den 1960er Jahren komplett entkernt und die Räume neu angeordnet. Ein Bestandsgebäude aus den 90er Jahren wird nur oberflächlich saniert, indem Böden getauscht und Wände neu gestrichen werden. Darüber hinaus werden Brandschutz und Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht und Barrierefreiheit hergestellt. Auch die beiden Turnsäle bleiben von den Bauarbeiten nicht unberührt und werden ebenfalls saniert. Ein dritter Turnsaal kommt neu hinzu. Dabei wird die Außenturnfläche mit dem neuen Turnsaal überbaut. Dieser steht dann auf Stelzen und überdacht die Außenturnfläche, wodurch sie auch bei Regen genutzt werden kann. Abgesehen vom Foyer des BRG Wallererstraße wird die Schule mit einer neuen Fassade samt automatischem Sonnenschutz versehen. Während der Bauarbeiten, die traktweise und bei laufendem Betrieb erfolgen, sind jeweils acht Klassen in Containern untergebracht. Ein Übergang wird die Schule mit dem benachbarten BG/BRG Anton-Bruckner-Straße verbinden, um Infrastruktur gemeinsam nutzen zu können.

 

Montanuniversität Leoben

Millionen Euro werden auch in die Gebäudeinfrastruktur an der Montanuniversität Leoben investiert. Die BIG saniert ein Institutsgebäude und errichtet es dabei zum Teil neu. Das Rabcewicz Gebäude, benannt nach dem Tunnelbauprofessor Ladislaus von Rabcewicz, wurde in den 70er Jahren erbaut und rund zwanzig Jahre später um eine Halle erweitert. Die Halle wird nun abgerissen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt. Der verbleibende Bestand wird zu einer modernen Lehr- und Lerninfrastruktur umgebaut. „Im Juni 2016 soll alles fertig sein. Wir investieren rund drei Millionen Euro in das Projekt“, sagt BIG Geschäftsführer Hans-Peter Weiss und Montanuni-Rektor Wilfried Eichlseder ergänzt: „Den gleichen Betrag investiert noch einmal die Montanuniversität Leoben gemeinsam mit der OMV. Wir brauchen für unser weiteres Wachstum dringend Platz. Vor allem für die Lehre und die fachspezifische Ausbildung ist dieser Ausbau ein wichtiger Baustein.“ Für die nächste Zukunft plant die Montanuniversität eine nachhaltige Erweiterung der Hörsaalkapazitäten für die großen Hörerzahlen in den Anfangssemestern. Insgesamt 1.700 Quadratmeter Fläche werden in den nächsten zehn Monaten nach den Plänen von Scherzer+Valent Architekten saniert. Dabei werden Räume neu angeordnet, Oberflächen und Elektrotechnik erneuert sowie Barrierefreiheit hergestellt. Außerdem wird die Fassade samt Fenstern getauscht und bildet dann mit dem Zubau ein einheitliches Bild.

 

BOKU, Tulln

Am Beginn des letzten Sommers wurde ein Wettbewerb für ein neues Labor- und Bürogebäude an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Tulln entschieden. Dabei konnte sich die Arbeitsgemeinschaft DELTA und SWAP Architekten durchsetzen. Die Jury: „Das Projekt sieht einen einfachen, in seiner Struktur klaren Baukörper vor, der als Solitär die bestehende Campustypologie weiterdenkt. Der in sich 3-hüftig organisierte Grundriss überzeugt sowohl in seiner Funktionalität als auch in den zu erwartenden differenzierten Raumqualitäten. Die Verwendung des Materials Holz als konstruktives Element ist in seinen Materialspezifika konsequent eingesetzt und generiert sowohl im Inneren als auch in der Fassade eine eigene Atmosphäre bzw. eine unverwechselbare Ästhetik. Aus Nutzersicht bringt die 3-hüftige Anordnung erfreulich kurze Wege zwischen Büro und Labor. Gleichzeitig ergibt sich eine klare Zuordnung der Gangbereiche zu den Labor- und Bürozonen.“ Dank der Gebäudehülle aus Fichtenholz erreicht der Unineubau Niedrigenergiehausstandard. Sowohl zur Heizung als auch zur Kühlung des Gebäudes ist eine Wärmepumpenanlage in Verbindung mit Erdsonden geplant. Eine mechanische Be- und Entlüftung sorgt für durchwegs gute Luft in den Räumen. Darüber hinaus kommen eine Nachtkühlung und ein außen liegender Sonnenschutz zum Einsatz. Investitionsvolumen der BIG: rund 2,5 Millionen Euro. Das Projekt ist Teil des Sonderbauprogramms für Universitäten des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Mit dem Bau soll Ende 2015 begonnen werden.

 

BRG Kremszeile

Ein Projekt, das bereits finalisiert wurde, befindet sich in der Rechten Kremszeile in Krems. Die Planung für die Sanierung und Erweiterung des BRG stammt vom Architekturbüro trafo Kirchmayer & Nöbauer GesbR. Dabei hatten sich auch die Schüler und Lehrer eingebracht. So stammen etwa das Farbkonzept für die Sanitärräume vom Werklehrer und die Gestaltung der Fenster mit schmalen Lüftungsflügeln und breiten Fensterbrettern zum Sitzen von den Schülern. Auch die schräge Ausführung der Beamerwände ist aufgrund der praktischen Erfahrungen der NutzerInnen umgesetzt worden. In knapp zwei Jahren Bauzeit musste zuerst ein straßenseitiger Trakt weichen, bevor im Süden und Westen erweitert und die Schule saniert werden konnte. „Wir haben insgesamt rund 22 Millionen Euro in das Projekt investiert“, sagt BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner. Auch ein Projekt von BIG ART Kunst & Bau wurde in Krems umgesetzt. Die neben dem Beachvolleyballplatz angesiedelten Ballspielwände von Sofie Thorsen sind nicht nur Kunst zum Anschauen, sondern auch zum Bespielen. Die Wände wurden farbig gestaltet, haben Durchlöcherungen und Metallelemente und sind von den historischen Spielplastiken der Nachkriegszeit inspiriert.

 

Zwei bepflanzte Innenhöfe – einer mit heimischen Kräutern, der andere mit heimischen Sträuchern – sorgen im Erdgeschoss für viel Licht und Grün. In einem Atrium wiederum sind tropische Pflanzen in der Schule heimisch geworden. Die Pausen sowie auch der Unterricht können sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss auf Terrassen an der frischen Luft abgehalten werden.

 

www.big.at