15. Mrz 2016

TOP 10 Reiseziele 2016

In den ersten Monaten des Jahres bemühen sich einschlägige Fachleute immer, die besten Reiseziele für die kommende Saison festzulegen. Reiseveranstalter, Medien wie etwa Geo, Lonely Planet oder Internetplattformen wie Tripadvisor präsentieren ihre jeweiligen Favoriten und erstellen Ranglisten. Aus der Vielzahl der Meinungen und Vorschläge haben wir einen eindeutigen TOP-Trend herausgefiltert und eine Reihe von Geheimtipps sowie Must-See-Places für 2016 zu einer eigenen Liste von Reisezielen zusammengestellt.

Iran

Aus europäischer Sicht ohne Zweifel der TOP-Trend 2016 heißt – Iran. Was lange Zeit als No-go-Area galt, wird immer mehr zu einem Must-See. Grund dafür ist die Lockerung der strengen Sitten und das nicht erst seit Präsident Rohani für frischen Wind sorgt und natürlich die internationalen Übereinkünfte, die dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung beschweren werden. Dazu gehört auch die Tourismuswirtschaft. Es ist erklärtes Ziel der iranischen Regierung, mehr Touristen anzulocken. Zu sehen gibt es genug: eine schier unendliche Anzahl an historisch bedeutsamen Bauwerken, Strände am Kaspischen Meer und am Persischen Golf, Sandwüsten und Städte wie Teheran und Isfahan mit ihren Museen und Basaren. Also – ab nach Persien.

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Schiitische Pilgerstätte: Schāh Tscherāgh in Schiras. Foto: Emesik, CC BY-SA 3.0,

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Taipeh, Taiwan

Die Suche nach der eigenen Identität und die Drohgebärden des großen Bruders China spielen in der taiwanesischen Gesellschaft Hauptrollen. Die Volksrepublik ist Taiwans (offiziell: Republik China) wichtigster Handelspartner, gleichzeitig hat es den Anschein, als möchte sich China die Insel lieber heute als morgen einverleiben. Taiwan ist hochmodern und die Hauptstadt Taipeh, die 2016 World Design Capital ist, begeistert durch Wolkenkratzer wie den Taipei 101 (bis 2007 das höchste Haus der Welt) oder den Shin-Kong Life Tower. Aber Taipeh kann auch anders – so gibt es hier zahlreiche Tempel wie den Mengjia Longshan-Tempel, den daoistischen Bao-An-Tempel oder den Konfuziustempel. Im Nationalen Palastmuseum findet man Schätze aus der Verbotenen Stadt und die Nachtmärkte bieten lebendiges Highlife nach Einbruch der Dunkelheit.

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Blick über Taipeh mit dem Taipei 101 als beeindruckendem Wahrzeichen. Foto: peellden, CC BY-SA 3.0

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Palau

Der Wahlspruch des pazifischen Inselstaates Palau lautet „Rainbow’s End“. Dort wo der Regenbogen endet, liegt die Südseeregion Mikronesien und die sechs Inselgruppen von Palau bestehen aus 356 Inseln, wovon nur 11 bewohnt sind. Die meisten Inseln sind Atolle aus Korallenkalk, die nur unwesentlich über dem Meeresspiegel liegen und von einem Riff umgeben sind. Der Tourismus hält sich hier noch in Grenzen. Nur ca. 100.000 Touristen pro Jahr kommen hauptsächlich aus den USA, Japan, Südkorea, Taiwan und den Philippinen hierher. Tauchen und Schnorcheln sind die Hauptfreizeitmöglichkeiten. Für Scuba Travel gehört die Blue Corner Wall in Palau sogar zu den TOP 3 Tauchspots der Welt, wobei vor allem das Tauchen am Außenriff wegen der starken Strömung fortgeschrittene Taucherfahrung verlangt.

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Einer der häufigen Regenbögen auf Palau, gesehen von Malakal (Insel Koror) aus. Foto: Peter R. Binter

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Kotor, Montenegro

Wie in jedem Ranking kann Europa auch hier mit seiner jahrhundertealten Kultur punkten. Noch ein Geheimtipp ist das adriatische Küstenstädtchen Kotor in Montenegro. Wegen der einzigartigen Lage und den bedeutenden kulturhistorischen Bauwerken wurde der Ort schon 1979 in das UNESCO Weltkultur- und Naturerbe aufgenommen. Das fast 2.000 Jahre alte Kotor ist berühmt für seine von einer eindrucksvollen 4,5 km langen Stadtmauer umgebenen mittelalterlichen Altstadt. Zu den bekannten Bauwerken gehört die romanische Sankt-Tryphon-Kathedrale, in der die Reliquien des Schutzpatrons der Stadt, des heiligen Tryphon, aufbewahrt werden. Der älteste Teil der Kirche stammt aus dem Jahr 1166. Innerhalb Montenegros sowie in der Region gehört Kotor zu einem sehr beliebten Ausflugsziel, selbst Kreuzfahrtschiffe legen hier an, bleiben allerdings meist nur wenige Stunden.

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Teil der Stadtmauer von Kotor. Foto: Joergsam, CC-BY-SA 4.0,

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St. Helena, Südatlantik

Die Insel, auf die einst Napoleon endgültig hin verbannt wurde, liegt weitab im Südatlantik. 2016 allerdings rückt sie ein ganzes Stück näher, denn es wird ein internationaler Flughafen eröffnet. 3000 Kilometer von Kapstadt entfernt, war St. Helena bisher nur mittels einer ausgedehnten Seereise erreichbar, nun sollen ab 26. Mai Flüge von Johannesburg (Südafrika) die Reisezeit verkürzen und dadurch auch den bisher kaum vorhandenen Tourismus ankurbeln. St. Helena, als ein Teil der Überreste des britischen Weltreiches, ist ansonsten wirtschaftlich vollständig von Großbritannien abhängig. Interessant ist die Insel nicht nur wegen ihrer Abgeschiedenheit, sondern damit zusammenhängend auch wegen der 36 endemischen Arten innerhalb der Flora von St. Helena.

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05 Aufnahme von St. Helena aus dem All. Foto: NASA Expedition 19 Crew. – NASA Earth Observatory

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Kulturhauptstadt 2016, Breslau

Eine der beiden diesjährigen europäischen Kulturhauptstädte liegt im Südwesten Polens. Mit Breslau präsentiert sich eine Stadt, die reich an kulturhistorischem Erbe ist, in der eine ganze Reihe wundervoller Gärten liegt und die auch ein lebendiges gesellschaftliches Leben bietet. Die alljährlichen Kulturhauptstädte folgen der Idee des gegenseitigen Kennenlernens und in dieser Hinsicht kommt Breslau 2016 eine ganz besondere Rolle als Vermittler zwischen West und Ost in politisch rauer werdenden Zeiten zu. Immerhin war die Stadt an der Oder schon Austragungsort der Fußballeuropameisterschaft (2012) und ist Verleihungsort des Europäischen Filmpreises.

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Das Wahrzeichen Breslaus: das Alte Rathaus. Foto: Kolossos, CC BY-SA 3.0,

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Donostia / San Sebastián

San Sebastián am Golf von Biskaya (baskisch Donostia) ist 2016 ebenfalls Kulturhauptstadt. Die Veranstalter und Initiatoren des umfangreichen Programms haben sich das Thema Frieden auf die Fahnen geheftet. Die spanischen Basken wollen ihre konfliktreiche Geschichte hinter sich lassen und zur Normalität übergehen. Dialog und Koexistenz sind die Stichworte, die nicht nur für die Situation der baskischen Gesellschaft, sondern die europaweit Bedeutung haben. Vor allem mit den Mitteln der Kunst wollen die Organisatoren den Werten Pazifismus und Respekt eine Bühne geben. Und nicht zu vergessen – Donostia ist die Hochburg der baskischen Küche. Viele der angesehensten Köche des Baskenlandes, wie Juan Mari Arzak, Martín Berasategui, Pedro Subijana oder Andoni Luis Aduriz besitzen Restaurants in der Stadt oder im Umkreis. Jedoch nicht nur die bekannten Restaurants der Stadt sind bemerkenswert, die Küche hat generell ein sehr hohes Niveau.

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Die Bucht La Concha von San Sebastián vom Monte Igueldo aus gesehen. Foto: Monster1000, CC BY-SA 3.0

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Botswana, Number 1

Botswana feiert 2016 50 Jahre Unabhängigkeit von Großbritannien. Schon seit Längerem gilt das Land als Demokratie-Musterstaat in Afrika. Nach Aussage von Transparency International hat Botswana die niedrigste Korruptionsanfälligkeit aller afrikanischen Länder und den höchsten Human Development Index des südlichen Afrika. Auch an landschaftlichen Schönheiten hat Botswana einiges zu bieten: Von Wüsten über das Okavango-Delta (UNESCO Welterbe 2014) bis hin zu den vielen Nationalparks, in denen man von Erdmännchen bis zu Elefanten die beeindruckende Tierwelt

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Streifengnus und Steppenzebras im Chobe-Nationalpark, dem ersten Nationalpark Botswanas (gegr. 1967). Foto: Gorgo

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Belize

Der zentralamerikanische Staat Belize ist reich an Mythen und Legenden, in denen Geister und Naturwesen sowohl Gutes als auch Böses bringen können. Die Grundlage dafür ist in der außergewöhnlichen ethnischen Vielfalt des Landes zu suchen. Hier leben Mestizen, Kreolen, Indigenas, Garifunas, Mennoniten … Die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen haben auch verschiedene Musikstile hervorgebracht: So spielen die Mestizen den Cumbia, eine dem Salsa und Merengue ähnliche Richtung, die Kreolen wiederum haben den Brukdown aus Soca/Calypso und Buru entwickelt. Belize befindet sich im Südosten der Halbinsel Yucatán und grenzt an Mexiko, Guatemala und das Karibische Meer. Der Küste sind zahlreiche Korallenriffe, Sandbänke und Atolle vorgelagert. Das vor Belize liegende Riff mit seinen Cayes ist nach dem Great Barrier Reef das zweitgrößte Korallenriff der Welt und beliebt bei Touristen vor allem aus den USA. Mit ca. 200.000 Reisenden pro Jahr hält sich der Zustrom aber in Grenzen.

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Maya-Ruinenstadt Altun Ha in Belize. Foto: DinkY2K, CC BY 3.0,

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Memphis, Tennessee

Schaufelraddampfer fahren auf dem Mississippi, Elvis Presleys Graceland, Sun Records Studio, Stax Museum, Rock ’n‘ Roll Museum … Ja, in Memphis, Tennessee dreht sich fast alles um Musik – besonders im Mai, denn dann findet das Memphis in May Volksfest statt, das aus mehreren eigenständigen Teilen besteht. Beim Beale Street Music Festival treten bekannte Künstler aus dem Rock-, Pop-, Blues- und Soulbereich auf und bei der Sunset Symphony spielt das Memphis Symphonic Orchestra am Ufer des Mississippi auf. Der bekannteste Teil dürfte jedoch The World Championship Barbecue Cooking Contest sein. Über 250 Teams treten beim größten Schweinefleisch-Grill-Wettbewerb der Welt gegeneinander an.

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Sun Studio in Memphis: Nicht nur Elvis nahm hier seine erste Platte auf. Foto: JeremyA, CC BY-SA 2.5

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