14. Jan 2016

Luxus-Resort mit Unterstatement – Phum Baitang

Die Tempelanlage von Angkor gehört zum UNESCO-Welterbe und ist der touristische Hotspot in Kambodscha. Was bisher dort fehlte, war eine dem faszinierenden Ort angemessene Unterkunft. Mit dem 5-Sterne-Resort Phum Baitang wurde dieser Mangel nun behoben.

Arnaud Zannier reiste auch in der Vergangenheit oft nach Kambodscha, denn die Stiftung seiner Familie finanziert in diesem Land zwei Waisenhäuser. Zannier bemerkte den schnell wachsenden Tourismus, aber auch das Fehlen eines High-End Resorts und entschloss sich in Siem Reap ein entsprechendes Hotel zu eröffnen. „Mit diesem Resort wollen wir es schaffen, das die Gäste eine Woche lang hier bleiben. Derzeit sehen die Touren der Veranstalter zwei bis drei Nächte in Siem Reap vor, was eine Schande ist, denn die Region und die Kultur in Kambodscha hat so viel mehr zu bieten“, sagt Arnaud Zannier zu seinen Zielen. Der Sohn von Roger Zannier (Groupe Zannier) ist die treibende Kraft hinter den Hotelprojekten des Unternehmens. 2011 wurde in Megève (Frankreich) das erste Hotel der Marke Zannier eröffnet. Das neue Resort in Kambodscha ist das zweite Projekt und im Jahr 2017 soll das dritte Hotel im Golf von Saint-Tropez seinen Betrieb aufnehmen.

Kambodscha, Angkor

Das Motto „Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung“, ein Satz von Leonardo da Vinci, fast die Vision und Philosophie von Arnaud Zannier gut zusammen. Beim Resort Phum Baitang zeigt sich dieser Anspruch in der Architektur der 45 Villen, die auf einem acht Hektor großen Areal platziert wurden und die sich den traditionellen, ländlichen Baustil zum Vorbild nehmen. Zannier: „Wir wollten eine authentische, kambodschanische Atmosphäre kreieren. Alle Villen sind von traditionellen, kambodschanischen Häusern auf Stelzen und den mit Reisstroh gedeckten Dächern inspiriert.  Die Cigar & Cocktail Lounge ist ein altes kambodschanisches Bauernhaus, die Villen sind von Reisfeldern umgeben, die MitarbeiterInnen tragen traditionelle Kleidung und fahren Tuk-Tuks.“ Für die professionelle Umsetzung des Projekts war während der gesamten Bauzeit ein Teammitglied von Zannier vor Ort.

Die Zusammenarbeit mit Reda Amalou von AW², der in Bezug auf die Gestaltung von Luxushotels eine sehr lange Liste von außergewöhnlichen Referenzprojekten vorweisen kann, hat dem Phum Baitang sichtlich gut getan. „Die architektonischen Elemente, die wir verwendet haben, finden alle ihre Vorbilder in der lokalen Architektur. Die Fensterläden, der vertikale und horizontale Rhythmus der Holzverkleidung sind Referenzen auf die Khmerkultur. Durch diese Art von zeitlosem Design integriert sich das Hotel gut in die Umgebung“, meint Amalou. Zum Design der Einzel stehenden Pavillons sagt der Architekt: „Die Zimmer sind als Einzelräume mit hohen Decken gestaltet. Große Glastüren ermöglichen einen guten Blick auf die großzügigen Wohnterrassen oder Pools, was einen starken, direkten Kontakt zur Landschaft herstellt. Der Hauptraum öffnet sich hin zu einem großen Badezimmer mit Blick auf den Garten. Die verwendeten Materialien – Holz, Baumwolle oder Stein – werden sehr dezent eingesetzt, mit bevorzugt natürlichen Texturen und Farben. Beige, graue und braune Farbtöne sorgen für eine gedämpfte Atmosphäre im Interieur.“ Es wurden ganz spezifische, neue Elemente und Möbel für die Inneneinrichtung angefertigt. So etwa die Schreibtische oder die Kopfteile der Betten, für die alte Türen und Fensterläden zu großen Platten neu kombiniert wurden. Traditionelle Elemente auf neue Art zu verwenden, haucht den Dingen neues Leben ein und vermittelt gleichzeitig die lokale Kultur. Kleinere Teile wie Türschnallen oder Schrankdrücker aus Bronze wurden eigens für dieses Projekt designt und hergestellt. Die öffentlichen Bereiche wurden an beiden Enden der zentralen Reisfeldlandschaft auf der ostwestlichen Richtungsachse angelegt. Die Rezeption, die Bar und das Hauptrestaurant sind alle an einer Seite angeordnet mit Blick auf die Felder. Die Barterrassen und privaten Speiseräumlichkeiten wenden sich dem Poolbereich zu.

Arnaud Zannier

Der Pool selbst ist so gestaltet, dass er als Teil der abgestuften Landschaft wahrgenommen wird. Auch hier werden nur natürliche Materialien verwendet wie etwa Dächer aus Palmzweigen und Holzschindeln, die durch ihre Farbe mit der umgebenden Landschaft verschmelzen. Die Pavillons sind offen, um den Kontakt zur Flora und die Nähe zu den Gärten zu intensivieren.

Im Phum Baitang („Das Dorf“ in Khmer-Sprache) gibt es zwei Restaurants, eines mit lokaler Küche, wobei der Reis direkt aus den umliegenden Feldern stammt und eines mit internationaler Küche, dessen kulinarische Palette von frischen Meeresfrüchten bis zum feinen Steak reicht.

Die Cocktailbar befindet sich in einem 100 Jahre alten, authentischen kambodschanischen Haus und im Wellnessbereich mit sieben Behandlungsräumen, Sauna, Dampfbad sowie Entspannungszone gibt es auch einen Yoga-Pavillon. Ein voll ausgestatteter Fitnessraum und ein großer 50-Meter-Outdoor-Pool runden das Angebot ab. Obwohl es in diesem Resort an nichts fehlt, wie es für ein Hotel dieser Kategorie üblich ist, strebt Arnaud Zannier nach einer neuen Form von hochqualitativer Unterbringung, die sich deutlich von üblichen Luxushotels unterscheiden soll.

„Die meisten Hoteliers versuchen, ihre Gäste von der ersten Minute an, wenn sie das Hotel betreten, zu beeindrucken. Und zwar mit einem großartigen gestalteten Eingangsbereich. Sie wollen die Leute glauben machen, dass ihr F & B-Angebot das beste der Welt ist, weil sie einen mit 18 Michelin-Sternen ausgezeichneten Küchenchef haben. Oder, dass sich Luxus in einem 100-Quadratmeter-Badezimmer zeigt … Zannier Hotels sind anders. Ich versuche unsere Gäste mit einer alternativen Art von Luxus zu beeindrucken, mit Emotionen. Unsere Hotels und Resorts sollen einzigartig sein, indem sie die örtliche Kultur, Geschichte und Geografie im Design und in der Arbeitsweise reflektieren“, sagt Zannier.