18. Jan 2016

Das Grand Hotel, Version 2015

Im Zürcher Glattpark eröffnete in diesem Jahr ein modernes Lifestylehotel, das stylish, aber auch gemütlich ist. Das Kameha Grand Zürich verspricht Erlebnisse zu kreieren. Erlebnisse wie etwa das Interieur von Stardesigner Marcel Wanders, mit dem wir über seine Designideen für dieses Projekt exklusiv gesprochen haben.

Exakt 705 Tage hat es gedauert, vom Grundstein bis zum fertigen Hotel. Im Frühjahr dieses Jahres war es dann so weit und das Kameha Grand Zürich öffnete seine Pforten. Es ist ein Hotel, wie es in der Schweiz kein Zweites gibt. Zunächst kommt es gänzlich ohne Sterne aus. Doch es folgt einer langen Tradition: Es ist ein Grand Hotel für das Jahr 2015. „Die Sternekategorisierung passt nicht zu unserem Anspruch als herzliche Gastgeber“, sagt Hotelgründer Carsten K. Rath. Zu viele Formalitäten, zu wenig Service, meint er. Rath ist nicht nur Geschäftsführer der Kameha Hotels & Resorts, sondern auch der Lifestyle Hospitality & Entertainment Group. „Dienstleistungsoasen statt Servicewüsten“ lautet das Credo des von der SonntagsZeitung als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichneten Unternehmers. Selbiges Medium hob das Kameha Grand Zürich in ihrem Hotelrating schon vor dem Sommer in den Olymp der Top-Hotellerie der Schweiz und reihte es unter die 10 besten Stadthotels ein. In Raths Verständnis braucht der perfekte Gastgeber heute viele Qualitäten. „Persönlich und charmant muss er sein, fürsorglich, authentisch, antizipierend und er sollte sich genau an das erinnern, was seinen Gästen Freude macht“, sagt der Hotelvisionär, der schon mit dem „Innovationspreis der Deutschen Tourismuswirtschaft“ oder als „Hotelmanager des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Um die hohen Servicestandards und Ansprüche gewährleisten zu können, hat Rath unternehmensintern in allen Kameha-Betrieben ein Qualitätsmanagementsystem etabliert, das verschiedene Module beinhaltet, die die Implementierung der Unternehmensphilosophie erleichtern. Dieses System hilft auch bei der Auswahl der Mitarbeite nachTalenten.

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Für die Architektur des Hauses im Glattpark zeichnet tecArchitecture verantwortlich, das Interieurdesign übernahm Stardesigner Marcel Wanders. Sein typischer, sehr expressiver mitunter Effekt heischender Stil, macht aus dem Kameha Grand Zürich ein ziemlich einzigartiges Schmuckstück. „Alle Themen, die im Kameha Grand Zürich vorkommen, sind mit der Persönlichkeit und mit dem Erbe der Stadt Zürich verbunden. Überall im Hotel gibt es Elemente, die an das Bankenwesen, die Uhrmacherei, die Schokoladenherstellung oder an Schweizer Naturschauplätze erinnern. Wir haben etwa diese Minibar-Safes in den Hotelzimmern, Oberflächen mit Goldmünzen, Zahnräder, die sich in 3-D-Drucken verbergen oder Türen und Wände, die wie Schokoladetafeln aussehen. Was ich auch liebe, sind die Verkleidungen mit Naturszenen und Blumenmustern, die mit dem Kameha-Logo spielen“, erläutert der niederländische Gestalter das Interieur des Kameha. Diese sehr naheliegenden Assoziationen wären an und für sich noch nichts Besonderes, es geht um die Art der Umsetzung und Gestaltung der Details und wie sie Wanders in Szene setzt. „Es ist ein detailliertes und umfassendes Interieur, das dem Gast das Gefühl vermittelt, er sieht etwas Außergewöhnliches. Die sehr speziellen Glocken etwa in der Lobby und im japanischen Restaurant bestehen aus echter Bronze, hergestellt von einem Schweizer Unternehmen. Das sind einzigartige Stücke. Wir haben auch aufwendige, filigrane Holzvertäfelungen mit floralen Mustern designt, die mit Lasercut gefertigt wurden – eine sehr präzise und beeindruckende Arbeit. In den Badezimmern gibt es 3-D-Kunstdrucke auf Glas und in der Lobby haben wir einen linsenförmigen Hintergrund installiert, der sich bewegt, wenn man vorbeigeht. Es gibt also sowohl feine, handgefertigte Materialien als auch Hightech-Displays und –Technologien. Es ist nicht einfach Luxus, sondern ein Weg, um großartige, wirkliche Erfahrungen zu machen“, sagt Wanders.

Der Großteil der Designs wurde eigens für das Kameha Grand Zürich angefertigt: Muster, Möbel, Tapeten, Teppiche und alle schweizerischen Elemente. Für Marcel Wanders ist gerade diese Exklusivität wichtig, die sich in den Details wiederfindet und die eine eigene Geschichte erzählt. Bestehende Designs und Stücke wurden nur als Ergänzungen dem Interieurkonzept hinzugefügt. Die besondere Individualität des Hotels zeigt sich auch in den elf Themensuiten. Wanders: „Da das Kameha ein Lifestylehotel ist, hatten wir die Möglichkeit Räume zu gestalten, die auf bestimmte Bedürfnisse und Wünsche der Gäste eingehen. Wir nehmen diese Wünsche und versuchen sie in der Umsetzung zu übertreffen. So kamen wir auf die Themensuiten, die auf unterschiedliche Interessen und Persönlichkeiten reflektieren. Der Roulettetisch etwa in der Poker Face Suite, mit einem authentischen Casino-Setup, allerdings sehr privat. Hier kann man einen ruhigen, aber auch intensiven Abend verbringen. Oder der Tischfußballtisch in der Fair Play Suite, in der es um Sport und Spiel geht; und wer jemals Tischfußball gespielt hat, weiß, dass es wirklich laut werden kann. Die Atmosphäre in diesen Raumtypen ist also total unterschiedlich aufgrund der Möbel, die wird verwenden. Was die Gäste in diesen Räumen vorfinden, ist unerwartet und es fühlt sich an, als ob für alles gesorgt sei, was man für eine gute Zeit braucht … Im besten Fall zieht jeder Gast des Hotels einen wirklichen Nutzen aus seinem Aufenthalt hier, vielleicht in einer Weise, die ich überhaupt nicht vorausgesehen habe.“

Ein ganz spezieller Raum jedoch wurde nicht von Wanders, sondern vom Berliner Fotokünstler Michael Najjar gestaltet. Mit der „Space Suite“ folgt er seinem Traum und größtem Lebensprojekt, nämlich in den Weltraum zu fliegen. Najjar gehört zur Gruppe der „Pioneer Astronauts“ von Richard Bransons Unternehmen Virgin Galactic. Diese Suite hält also für jeden Gast ein erhebendes Weltraumerlebnis bereit: ein schwebendes Bett, einen Universumteppich, kreisenden Weltraumschrott, schwebende Kosmonauten, Raketenmodelle sowie ausgewählte Literatur, Musik und Filme.

 

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