16. Mai 2017

Europas berühmtester Geheimtipp

Es ist ein Widerspruch und doch sehr zutreffend: die Algarve ist Europas berühmtester Geheimtipp. Noch um die Jahrtausendwende war die südlichste Küste Portugals nur wenigen Menschen eine Reise wert. Mittlerweile allerdings ist sie zu einem Inbegriff des unbeschwerten Strand- und Badeurlaubs geworden, wo selbst im Hochsommer, wenn die Temperaturen schon mal auf über 30 Grad klettern, es sich aufgrund der frischen Brise vom Atlantik immer noch gut aushalten lässt. Unzählige große und kleine Buchten laden mit ihrem feinen goldgelben Sand und dem glasklaren türkisblauen Wasser dazu ein, die Seele baumeln zu lassen, und die Abendsonne lässt die Felsen in einem warmen Rot schimmern – typisch Algarve.

Von Odeceixe im Nordwesten der Algarve bis Vila Real de Santo António im Osten erstreckt sich ein 200 km langer Küstenstreifen mit ausgedehnten Sandstränden, stillen Buchten und mystischen Grotten. Beste Bedingungen für alle, die schwimmen, schnorcheln, Wassersport treiben oder einfach nur in der Sonne faulenzen wollen. Faro ist nicht nur wegen seines internationalen Flughafens der Startpunkt für die meisten Algarve-Urlauber, sondern auch ungefähr der Punkt, an dem sich die Strandlandschaft in zwei Teile mit recht unterschiedlicher Charakteristik teilt. Nach Westen hin zieht sich bis zum Cabo de São Vicente die Fels-Algarve, auch Barlavento genannt. Hier findet man meist Felsformationen, die von unzähligen Badebuchten unterbrochen werden. Noch wilder und unberührter wird es dann an der Westküste der Algarve, der Costa Vicentina. Östlich von Faro zur spanischen Grenze hin öffnet sich die Sand-Algarve, auch Sotavento genannt, zu fast endlos langen Sandstränden mit vorgelagerten Lagunen und schmalen Inseln. Hier sind die Strände deutlich breiter und das Wasser ruhiger. Der zehn Kilometer lange Strand der Ilha Deserta ist per Boot von Faro aus erreichbar. Auf dem langen Dünenstreifen ist noch die ursprüngliche Vegetation erhalten, die auch verschiedenen Vögeln als Nistplatz dient. Alle 15 Minuten tuckert während der Badesaison vom Anleger Quatro Águas bei Tavira ein Boot hinüber zur gleichnamigen Insel. Der scheinbar endlose Dünenstrand Praia Verde westlich von Monte Gordo ist wiederum wie geschaffen für ausgedehnte Strandspaziergänge, zum Muschelsuchen oder Joggen.

Aber nicht nur die Strände und das Meer auch das Hinterland ist eine Reise wert. Die Serra de Monchique beispielsweise – die Straße schlängelt sich von der quirligen Einkaufsstadt Portimão vorbei an Korkeichen und duftenden Eukalyptuswäldern nach Caldas de Monchique, einem verschlafenen Kurort mit sprudelnder Heilquelle gegen Rheuma und Magenleiden. Von dort führt der Weg hinauf auf 902 Meter Höhe zum Gipfel des Fóia. Bei klarer Sicht ist der Blick über die Küste fantastisch. Dank eines gut ausgebauten Wegenetzes gilt die Algarve als Rad- und Wanderparadies und bietet ideale Voraussetzungen für einen Aktivurlaub in der Natur. Die Zahl an gut ausgeschilderten Wanderwegen wächst Jahr für Jahr. An der Algarve gibt es rund 20 größere und kleinere Gebiete, die unter Naturschutz gestellt wurden. Dort finden Zugvögel, Flamingos, Störche, Reiher und Sultanhühner ideale Brutbedingungen. Auch Reptilien und Amphibien haben hier unverzichtbare Rückzugsgebiete gefunden.

Pinien, Eichen, Palmen, Feigen- und Mandelbäume, schroffe Steilküsten und das Meer – die herrliche Landschaft sowie das milde Klima machen das Golfspiel an der Algarve zu einem besonderen Erlebnis. Die besten Golfarchitekten der Welt, darunter Henry Cotton, Arnold Palmer oder Robert Trent Jones schneiderten der portugiesischen Golfküste Parcours auf den Leib, die zu den schönsten und anspruchsvollsten der Welt zählen. Es sind aber vor allem Sportarten, die auf dem Wasser zu Hause sind, denen die Algarve perfekte Voraussetzungen bietet. Durch den ständigen Wind vom Atlantik finden Wind- und Kitesurfer hier ideale Bedingungen vor. Die Westküste bietet perfekte Wellen für Surfprofis, Anfänger sollten besser im Osten der Algarve durchs Wasser gleiten, denn hier ist der Wind sanfter. Die wachsende Zahl an Yachthäfen, Segelclubs und -schulen macht die Algarve auch als Austragungsort für Bootsregatten immer beliebter. Die ruhigeren Gewässer im Osten laden auch Segelanfänger zum Wenden und Halsen ein.

In den letzten Jahren wurde die Hotellerie an der Algarve vor allem im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich ausgebaut. Nicht mehr nur Sonne und Strand stehen hier auf dem Programm, sondern auch Wellness und Beauty. In vielen Spitzenhotels sind große, moderne Spa-Bereiche entstanden, in denen von der Hot Stone-Massage über Thalassoanwendungen bis hin zu Ayurveda-Programmen die ganze Palette angeboten wird. Und für bauhistorisch Interessierte bietet sich eine Reise durch die attraktiven Städte der Algarve an. Von der Hauptstadt Faro über Tavira am Rio Gilão bis zu Olhão mit dem besten Fischmarkt der Region sind es allesamt entzückende Ortschaften mit interessanter Geschichte, denn in Al Gharb (der Westen) – so nannten die Mauren einst die westlichste Provinz ihres Reiches, die sie rund 500 Jahre lang entscheidend prägen sollten – finden sich noch heute in Architektur und Sprache nachhaltige Spuren des maurischen Einflusses. Das „al“ in vielen der Ortsnamen und im Namen der Region selbst weist auf den arabischen Ursprung hin.

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