16. Mai 2017

Burgen, Golf und Whisky

Für Schottland und den schottischen Tourismus ist 2017 ein Jahr der Geschichte, des Erbes und der Archäologie. Unter diesem Motto und zu diesem Thema finden speziell in der Sommersaison eine Reihe von Events in den Highlands statt. Die Ausgangsposition dafür könnte nicht besser sein, denn Schottland kann eine 5000 Jahre lange kulturhistorische Geschichte aufweisen, die heute unter anderem durch die sechs World Heritage Sites dokumentiert wird: angefangen bei den Monumenten von Orkney aus dem Neolithikum über den 2000 Jahre alten Antoninuswall, der Bestandteil des britannischen Limes war, bis hin zu New Lanark, einem der größten Industriestandorte der Welt, oder der Forth Bridge, dem weltberühmten Werk der Ingenieurskunst.

Das eine ist die reiche Geschichte Schottlands, das andere die atemberaubende Landschaft, die besonders gut mit einer Fahrt auf der North Coast 500, der schottischen Route 66 zu erleben ist. Vor allem in den letzten Jahren war dies eine der größten Touristenattraktionen: Endlose zum Teil verborgene Wege quer durchs Land und kurvenreiche Straßen entlang der Küste sind nur einige der Höhepunkte auf dieser Route. Sie beginnt im nördlichen Inverness, führt entlang der Westküste nach Applecross und dann weiter Richtung Norden nach Torridon und Ullapool. Schließlich werden die nördlichsten Punkte bei Caithness und John o‘ Groats erreicht, bevor es wieder in Richtung Süden durch Dingwall und schließlich zurück nach Inverness geht.

Schottland besitzt auch eine enorme Zahl an sehenswerten Burgen und Schlössern. Dabei lohnt es sich vor allem abseits der bekannten Bauwerke in Edinburgh oder Stirling einen Abstecher zu weniger bekannten aber fraglos atemberaubenden historischen Gebäuden zu machen, die – ein zusätzlicher Vorteil – nicht auf den touristischen Massentrampelpfaden liegen. Das Kelburn Castle bei Largs in Ayrshire etwa begeistert durch bunte Graffitis auf den Außenmauern der Burg. Diese ungewöhnliche Gestaltung gilt als eines der besten Beispiele für urbane Kunst auf historischen Mauern. Oder Floors Castle in Kelso – es ist das größte noch bewohnte Schloss Schottlands. Hier leben der Herzog und die Herzogin von Roxburgh inmitten großartiger Kunstwerke, zeitloser Gobelins und wertvoller Antiquitäten. An der Nordküste bei Dornoch können Architekturinteressierte den beeindruckenden französischen Stil des Dunrobin Castle bewundern. Es ist nicht nur das nördlichste der großen Häuser Schottlands, sondern mit 189 Zimmern auch das größte in den nördlichen Highlands. Es entstand im frühen 14. Jahrhundert und ist der Wohnsitz der Grafen, später Herzöge von Sutherland.

In keinem anderen Land auf der Welt hat Golf einen solch hohen Stellenwert und vor allem ein sechs Jahrhunderte langes Erbe. Ohne Übertreibung kann man sagen – Schottland hat der Welt diese Sportart geschenkt. Von Plätzen in bezaubernden Parklandschaften, bis zu Courses im Heideland und an allen möglichen und unmöglichen Orten dazwischen, bietet Schottland mit über 550 bespielbaren Parcours eine unglaubliche Vielfalt, sodass die Auswahl mehr als schwerfällt. Die erste Erwähnung des Golfsports in Schottland datiert aus dem 15. Jahrhundert (damals war es als ‚gowf‘ bekannt). 1744 entstand die Honourable Company of Edinburgh Golfers, der älteste Golfclub der Welt. 1754 folgte die Society of St Andrews Golfers (heute Royal & Ancient Golf Club of St Andrews). 1764 wurde der Links von St Andrews (nun bekannt als der Old Course) von 22 auf 18 Löcher verringert: So wurde der Standard für Golfplätze geboren.

Schließlich wird in Schottland ein Getränk produziert, das es zwar auch in Irland, Kanada und den U.S.A. gibt, aber nur hier gilt es als Nationalgetränk – der Whisky. Schottlands berühmtestes Exportgut wird seit Generationen perfektioniert. Reines Wasser aus kristallklaren schottischen Flüssen und goldene Vollgerste sind die Zutaten. In Eichenfässern gelagert, reifen die meisten Whiskys jahrzehntelang, um schließlich ihren glanzvollen Auftritt zu erleben. Die meisten Brennereien haben Besucherzentren, die Führungen mit einem Blick hinter die Kulissen anbieten. Der schottische Malt Whisky Trail ist der einzige dieser Art weltweit. Diese Route im Herzen des wunderschönen Speyside führt in sieben weltberühmte aktive Whiskybrennereien (Glenlivet, Cardhu, Glenfiddich, Glen Grant, Strathisla, Glen Moray, Benromach), eine historische Brennerei (Dalls Dhu) und die faszinierende Küferei in Speyside. Speyside ist die Heimat von mehr als der Hälfte von Schottlands Malt Whiskybrennereien und somit der ideale Ort, um mehr über dieses Erzeugnis und seine Geschichte zu erfahren.

Großartige Nationalparks, mystische Lochs, Munros (schottische Bezeichnung für einen Berg, der mehr als 914 Meter hoch ist), Seevögel-Kolonien oder Highland Games – die Liste der Sehenswürdigkeiten scheint endlos. Und obwohl Schottland für die meisten eine Sommerdestination ist, lohnt es sich, das Land auch einmal im Herbst zu besuchen, denn die goldenen Herbsttöne und der Wechsel der Jahreszeit erstrahlt dann in wunderschönen Farben. Gegen die steife Prise und den Regen ist man mit der passenden Kleidung gut gewappnet und im nächsten Pub wartet schon ein wärmendes Glas Whisky.

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